Am 2. September 1922 wird Heinz Friedel Gerhardt als zweites Kind eines Schneidermeisters und dessen Gehilfin in Neu-Isenburg bei Frankfurt/Main geboren. Die unglücklichen Eltern nehmen sich 1926 bzw. 1927 das Leben. Das kleine Waisenkind wird nun von der resoluten Großmutter aufgezogen. Mit dreizehn Jahren wird er von der Schule genommen und lernt im damals größten Labor Deutschlands, bei Prof. Dr. A. Elbrecht das Zahntechniker-Handwerk. Nach verkürzter Lehre und Arbeitsdienst meldet sich der Siebzehnjährige freiwillig zum Kriegsdienst. Auf einem Heimaturlaub 1943 lernt Heinz seine spätere Frau Waltraud in Thüringen kennen. 1945 wird er schwer verwundet und gerät in amerikanische Gefangenschaft. Im Februar 1946 meldet sich der heimatlose junge Mann bei seiner Brieffreundin in Thüringen, deren Familie ihn wieder aufpäppelt. 1946 heiraten die beiden und Heinz Gerhardt eröffnet sein erstes Labor in Reinsdorf/ Thüringen in der SBZ (Sowjetisch besetzte Zone). Damals glaubt man noch, dass die Teilung Deutschlands bald vorüber sein würde. 1948 besteht Gerhardt die Meisterprüfung und arbeitet anschließend in der Meisterprüfungs- kommission mit. 1947 und 1951 werden die beiden Söhne Thomas und Lutz geboren. 1954 zieht das Labor nach Bitterfeld in Sachsen-Anhalt. Die sozialen und politischen Verhältnisse verschlechtern sich zusehends, dem Labor droht die Verstaatlichung, man wird bespitzelt. Die Familie entschließt sich zur Flucht nach Westdeutschland. Heinz flieht über die damals noch offene Grenze zur BRD und Waltraud mit den Kindern per S-Bahn über die Sektorengrenze nach West- Berlin.

Im Januar 1959 trifft die Familie in Frankfurt/M. wieder zusammen. Nach nur knapp einem Jahr im „Westen“, in dem Gerhardt in einem Praxislabor in Vaihingen/Enz arbeitet, kauft er mit Hilfe der KSK am 01.01.1960 das Zahntechnische Labor Friedrich Müller in Schwäbisch Hall für DM 18000. Den Ausschlag für Schwäbisch Hall lag einfach an den geringsten Anreisekosten für den Besichtigungstermin. Mit der Modellgusstechnik macht sich der junge Zahntechnikermeister in der Region einen guten Namen. 1974 kommt es zum großen Boom in der Zahntechnik. Der Betrieb beschäftigt bis zu 20 Mitarbeiter und zieht nach SHA-Hessental um. Viele Zahntechniker und Meister werden in dieser Zeit ausgebildet. Daneben leistet ZTM Gerhardt noch 10 Jahre erfolgreiche Vorstandsarbeit in der Zahntechniker-Innung und diversen Arbeitskreisen. Aufgrund massiver gesundheitlicher Probleme übergibt er 1984 die Geschäftsführung an den Sohn Lutz Gerhardt. Am 1. Januar.1987 scheiden Heinz und Waltraud Gerhardt aus dem Betrieb aus. Nach schwerer Krankheit stirbt Heinz F. Gerhardt 1992.

1990 wird gerhardt Zahntechnik Pilotlabor für Galvanotechnik. Seit dieser Zeit beschäftigt sich das Labor auch intensiv mit der Volllkeramik. Damals gelten geschichtete Keramik- Inlays als die Krone der „zahntechnischen Schöpfung“. Die Empress-Presskeramik stellt das erste ausgereifte – und trotzdem bezahlbare – Konzept in der Vollkeramik dar. Wieder ist gerhardt Zahntechnik der ersten Anbieter in der Region und damit Trendsetter!

1995 erfüllte sich ein Traum. Endlich hat man das richtige Haus am richtigen Platz gefunden und zieht mit dem Labor in eigene Räume. Das neue Domizil in Untermünkheim liegt nur fünf km von Schwäbisch Hall, nur fünfzehn bzw. fünfundzwanzig von Künzelasau und Öhringen und Crailsheim, ganz nahe der Autobahn. 2000-2005 folgen Fortbildungen und Zertifizierung (IZI) in der Implantat-Prothetik. Seit der Anschaffung der ersten CAD/CAM-Fräsanlage (Sirona InLab) in der Region im Jahre 2006 wurden tausende Vollkeramikteile verschiedenster Materialien erfolgreich konstruiert und hergestellt.

2010 - 50 Jahre gerhardt Zahntechnik

Für das Jubiläumsjahr hat sich der Betrieb den Aufbau einer eigenständigen Express- und Reparatur-Abteilung sowie den Aufbau eines Qualitäts-Managements mit dem Ziel der Zertifizierung unter dem Dach des VDZI als Ziel gesetzt.